Please use this identifier to cite or link to this item: http://hdl.handle.net/2381/32991
Title: Great Britain and Ireland in 2200 BC
Other Titles: Grossbritannien und Irland um 2200 v. Chr.
Authors: Fitzpatrick, Andrew P.
First Published: 2015
Presented at: 2200 BC - Ein Klimasturz als Ursache für den Zerfall der Alten Welt?
Start Date: 23-Oct-2014
End Date: 26-Oct-2014
Publisher: Landesmusuem für Vorgeschichte Halle
Citation: Fitzpatrick, AP, Great Britain and Ireland in 2200 BC, '2200 BC. Ein klimatsturz als Ursache für den Zerfall der Alten Welt? 7. Mitteldeutschen Archäologentag, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg/Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle, 23-6 October 2014', 1, Tagungen des Landesmusuem für Vorgeschichte Halle 12, Landesmusuem für Vorgeschichte Halle
Abstract: Britain and Ireland have a maritime and temperate climate and, in a European context, very good data sets of palaeo-climate proxies, particularly from wetlands in the west and north of the islands. It is interesting, therefore, that there is no consensus as to whether the 4.2 ka BP climate event can be identified. The event has not featured in recent discussions of the archaeology in the centuries either side of 2200 BC. Instead much recent work on the Late Neolithic in Britain and Ireland (c. 3000–2400 BC) has concentrated on monuments and landscapes. In contrast, recent work in England and Scotland on the 23rd century BC to the 21st century BC has concentrated on Bell Beaker and Early Bronze Age burials and grave goods and has emphasised the innovations in burial rites and material culture. By 2200 BC Britain and Ireland were ready to become one of the first regions in Europe to make a full and rapid transition from copper to bronze metallurgy and enter the Early Bronze Age. In comparison, the evidence for settlements has attracted much less attention. This is partly because the evidence for settlements is often ephemeral. Only a few plans of houses are known and most settlements are represented by scatters of pits and a few postholes. Field systems are also rare. In the past, this evidence was interpreted as indicating a pastoralist lifestyle, but it may indicate that settlements were small, perhaps for single families, that houses were insubstantial, and that settlements were not occupied for many years. However, the extent to which a mixed farming economy (i.e. cultivating crops and keeping livestock) was practised is a matter of debate. Recent surveys of radiocarbon-dated cereals suggest that few cereals were grown. While the rarity of evidence for cereals is partly due to the small number of settlements known, it is clear that cereal cultivation declined significantly after the Early Neolithic. This evidence for settlements and farming is consistent with that from burials. Although burials provide clear evidence for social ranking, only a few well-furnished graves are known, which would suggest that social hierarchies did not survive for many generations. Even if the 4.2 ka BP climate event were to be recognised across Britain and Ireland, the archaeological evidence presently available suggests that neither the social structures nor settlement patterns at 2200 BC were so large, complex or permanent, that climate change would have forced decisive social change in Britain and Ireland.
Großbritannien und Irland haben ein maritimes, gemäßigtes Klima mit im europäischen Vergleich sehr guten paläoklimatischen Proxydatensätzen, vor allem aus Feuchtbodengebieten im Westen und Norden der Inseln. Interessanterweise besteht hingegen in der Forschung keine Einigkeit bezüglich der Frage, ob sich das 4.2 ka BP Klimaereignis tatsächlich nachweisen lässt. In neueren archäologischen Untersuchungen zu den Jahrhunderten vor und nach 2200 v. Chr. wird das Ereignis nicht angesprochen. Stattdessen haben sich viele neuere Forschungen zum Spätneolithikum in Großbritannien und Irland (ca. 3000–2400 v. Chr.) mehrheitlich auf Denkmäler und Landschaften konzentriert. Im Gegensatz dazu wurden in England und Schottland vor allem Bestattungen und Grabbeigaben der Glockenbecher- und Frühbronzezeitkultur aus dem 23. Jh. v. Chr. bis zum 21. Jh. v. Chr. untersucht und die Neuerungen in den Grabsitten und der materiellen Kultur herausgearbeitet. Um 2200 v. Chr. machten Großbritannien und Irland als eine der ersten Regionen in Europa eine vollumfängliche und schnelle Umstellung von der Kupfer- zur Bronzemetallurgie und vollzogen damit den Übergang zur Frühbronzezeit. Im Vergleich dazu schenkte die bisherige Forschung den Siedlungsnachweisen sehr viel weniger Aufmerksamkeit. Dies lag teilweise an der Vergänglichkeit der entsprechenden Spuren. Nur ein paar wenige Hausgrundrisse sind bisher bekannt geworden und die meisten Siedlungsreste bestehen aus zerstreuten Grubenbefunden und einigen Pfostenlöchern. Spuren von Feldsystemen sind ebenfalls selten. Während aufgrund dieser Befundlage bisher von einer Lebensweise mit pastoraler Tierhaltung ausgegangen wurde, könnte sie auch dahingehend interpretiert werden, dass die Siedlungen klein waren und möglicherweise nur von jeweils einer Familie bewohnt wurden; zudem waren die Häuser möglicherweise nur für eine kurz Zeitspanne errichtet und die Siedlungen womöglich nicht lange bewohnt. Inwieweit jedoch von einer gemischten Landwirtschaft (also einer Kombination aus Ackerbau und Viehhaltung) ausgegangen werden darf, wird derzeit noch diskutiert. Neuere Untersuchungen an 14C-datierten Getreideresten weisen darauf hin, dass der Getreideanbau eine eher untergeordnete Rolle spielte. Obwohl die geringe Anzahl an Getreidefunden teilweise auch durch die beschränkte Anzahl bekannter Siedlungen bedingt ist, lässt sich ein starker Rückgang des Getreideanbaus nach dem Frühneolithikum nachweisen. Die Siedlungs- und Landwirtschaftshinweise stimmen mit jenen der Grabfunde überein. Obwohl letztere klare Belege für soziale Hierarchien erbringen, wurden bisher nur wenige reich ausgestattete Gräber gefunden, was wohl darauf hinweist, dass diese sozialen Hierarchien nicht länger als ein paar wenige Generationen überdauerten. Selbst wenn das 4.2 ka BP Ereignis in Großbritannien und Irland erkennbar wäre, sprechen die bisher gefundenen Überreste dafür, dass weder die Sozialstruktur noch die Siedlungsmuster groß, komplex oder dauerhaft genug gewesen wären, als dass ein möglicher Klimawandel entscheidende soziale Veränderungen in Großbritannien und Irland mit sich gebracht hätte.
Links: http://www.lda-lsa.de/tagungen/archiv_tagungen/7_mitteldeutscher_archaeologentag_2014/
http://hdl.handle.net/2381/32991
Embargo on file until: 1-Jan-10000
Version: Pre-print
Status: Peer-reviewed
Type: Chapter
Appears in Collections:Books & Book Chapters, School of Archaeology and Ancient History

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